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Tel: 0911/4466684

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Mitarbeiterwochenende 2010

Ein Wochenende mit Mutterspinnen, Werwölfen & bunten Erdnüssen

Es war einmal an einem schönen Freitagnachmittag eine Gruppe von Mitarbeitern (MA), die auszog um ein schönes Wochenende in Grünreuth zu erleben. Doch sie alle wussten nicht, dass dieses Wochenende ihr Leben verändern würde...

Zu Beginn der Reise, wurden wir gleich getrennt. Da leider nicht genügend Plätze in den Autos waren, musste ein harter Kern an MA den langen und beschwerlichen Weg per Zug, Bus und auch zu Fuß zurücklegen. Mit schweren Taschen bepackt kämpften sie sich bei großer Hitze durch das Unterholz und die Mückenschwärme. Nach etwa zwei Stunden erreichten aber auch die Letzten das idyllisch gelegene Häuschen in Grünreuth.
Von außen nett anzusehen, schmiegte sich das Haus an den Waldrand und bot somit nicht nur menschlichen Gästen eine prima Unterkunft. Mit Besen bewaffnet, erkämpften wir uns, unerschrocken, die Herrschaft über unsere Behausung. Nach dem etwa 2000 Spinnen vernichtet und sich unser erster Schock gelegt hatte, gabs erst mal einen Kaffee zur Stärkung. Da wir MA ja grundsätzlich einen großen Wert auf Verpflegung legen, machten wir uns auch kurz darauf an die Vorbereitungen für das Abendessen. Nach dem einige Kilo Nudeln verspeist und die allgemeine Stimmung durch nichts getrübt war – STOP- durch nichts getrübt? So kann man das leider nicht stehen lassen, denn beim Beziehen der Betten und dem Gang aufs stille Örtchen wurden wir erneut von unseren achtbeinigen Untermietern heimgesucht. Nun machten wir auch mit der ultimativen Mutterspinne Bekanntschaft, die unanzweifelbar die Größte war. Aber uns MA wirft ja so schnell nichts aus der Bahn, und so zogen wir unser Abendprogramm ungeachtet der Anwesenheit einer Mutterspinne weiterhin durch. Wir hängten persönliche Briefkästen auf, in die man, über das ganze Wochenende hinweg, nette und ehrliche Nachrichten stecken konnte. Nach einigen Runden „Werwolf“, die wir noch im Freien spielten, ließen wir den Abend drinnen gemütlich ausklingen.

Der nächste Tag begann gleich wieder mit einem Schock. Diesmal hatte es jedoch nichts mit Spinnen zu tun. Nein, die Dusche war der übeltäter: Lediglich eiskaltes Wasser bot sie zum duschen an. Aber wir MA sind hart, denn was uns nicht umbringt macht uns nur stärker. Und natürlich meisterten wir auch die „Dusch-Challenge“ mit Bravour.
Nach einem ausgiebigen Frühstück lag schon die nächste Aufgabe vor uns. Wir testeten unser Wissen über den Umgang mit Kindern auf einer Kinderfreizeit mit Hilfe eines Spiels. Das Fachbuch, das wir als Grundlage für unser Spiel nahmen, stellte uns vor verschiedenste Probleme, die wir durch Auswählen einer der vorgegebenen Lösungen bewältigen sollten. Wählten wir die richtige Lösung, durften wir zur nächsten Aufgabenstellung blättern. Doch bei einer falschen Entscheidung war unsere „Kinderfreizeit“ abrupt zu Ende.
Doch die Aufgabenstellungen des Buches und auch die Lösungsvorschläge waren nicht immer klar, geschweige denn realistisch. Als wir uns zum Beispiel dafür entschieden, die Regeln des Miteinanders den Kinder nicht spielerisch sondern ernsthaft beizubringen, hatte das prompt einen Gewaltübergriff zwischen den Kindern zu Folge, bei dem ein Kind sogar starb. Ein krasses Ende und das gleich nach der zweiten Frage! Wir begannen also noch mal von vorne und kamen diesmal auch weiter. Doch die dargestellte Geschichte im Buch wurde immer absurder. Plötzlich befanden wir uns mit unserer Kindergruppe auf einer nächtlichen Baustelle und kletterten durch den Rohbau. Der Absturz eines MA vom unfertigen Balkon mit Rettung durch Festhalten am Hochstromkabel ist anscheinend ein häufig auftretender Zwischenfall bei Kinderfreizeiten... Das alte Butterbrot, das wohl schon eine Weile auf Ölfässern gelagert war, hätten wir auch, laut des Buches, ruhig noch zur Stärkung essen können. Wir MA waren heilfroh als wir mit diesem „Spiel“ durch waren, auch wenn wir danach etwas verwirrt und auch leicht verunsichert an unsere eigene Kinderfreizeit dachten. Auf dieses literarische Abenteuer brauchte unser Magen erst mal Süßes.
Mit Kaffee und Kuchen im Bauch stellten wir uns dann der nächsten Aufgabe: Einer Art Börsenspiel, beim dem die ungerechte Verteilung von Ressourcen, Wissen und technischen Möglichkeiten auf der Welt verdeutlicht wurde. In drei verschiedenen Teams eigeteilt, bekamen wir Rohstoffe (Papier), Wissen (Schablonen) und technisches Material (Scheren). Mit den Schablonen sollten wir nun so viele Formen wie möglich aus dem Papier schneiden und diese dann an die Bank verkaufen. Doch eine Gruppe hatte zwar viel Papier aber keine Schere. Eine andere viele Schablonen aber kaum Papier. Es wurde getauscht und auch Bündnisse geschlossen, doch zum Ende des Spiels hin wurde der Konkurrenzgedanke immer größer. Nun wurden „Freunde zu Feinden“ und stahlen sich gegenseitig Schablonen oder zerstörten die Formen der anderen.
Nach der Kürung des Siegerteams, das ein europäisches Land mit wenigen Ressourcen dafür aber viel Wissen und Technik darstellte, waren wir aber natürlich wieder miteinander versöhnt. Wie es sich für echte MA eben versteht. Aber auf diese Aufregung gab es natürlich erst mal was? Richtig! Etwas zu essen! Der Grill wurde angeschürt und der Salatkopf zerschnippelt.
Im Anschluss an den Schmaus ging es zum gemütlichen Teil des Abends über. Ein Teil eingefleischter Fußballfans reihte sich um ein Radio und verfolgte das Spiel um Platz drei unserer Nationalelf, während die anderen das Partyspiel einweihten. Nach dem Sieg unserer Elf und einem angemessenen Vuvuzela-Konzert gesellten sich nun auch die Fußballfans zu den Partyspielern. Im Grunde geht es bei diesem „Party-Spiel“ darum seinen Teamkollegen durch Beschreiben, Vorsummen, Pantomimisches Darstellen oder auch Vorzeichnen etwas so zu erklären, dass die Anderen es erraten, und sich somit eine der vielen bunten Erdnüsse erspielen. „Groß, haarig und gefährlich“ war hierbei jedoch nicht die Beschreibung für unseren MA Tobi, sondern die für einen Bären. Noch lange saßen wir MA an diesem Abend zusammen und ließen somit einen aufregenden zweiten Tag ausklingen.

Nur die aller Härtesten schafften es dann am Sonntagmorgen sich aufzuraffen, um einen erfrischenden Morgenspaziergang durch den Ort zu nehmen. Der Rest ließ sich lieber vom Kaffeegeruch wecken. Nach einem langen Frühstück war der gemütliche Teil des Tages leider schon rum. Und das große Aufräumen begann. Jeder suchte seine sieben Sachen zusammen und sorgte dann dafür, dass das Haus wieder wie vorher aussah. Doch so ganz gelang und das nicht, ich befürchte, dass das Häuschen nach unserem Besuch eindeutig spinnenfreier und auch ein wenig sauberer war...

Und wenn diese tapferen MA nicht auf dem Heimweg von Mücken gefressen wurden, dann leben sie noch heute mit den tollen Erinnerungen an dieses Wochenende.

Inge Braun

Bilder