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Ein Wochenende mit Mutterspinnen, Werwölfen & bunten Erdnüssen
Es war einmal an einem schönen Freitagnachmittag eine Gruppe von Mitarbeitern (MA), die auszog um ein
schönes Wochenende in Grünreuth zu erleben. Doch sie alle wussten nicht, dass dieses Wochenende ihr
Leben verändern würde...
Zu Beginn der Reise, wurden wir gleich getrennt. Da leider nicht genügend Plätze in den Autos waren,
musste ein harter Kern an MA den langen und beschwerlichen Weg per Zug, Bus und auch zu Fuß
zurücklegen. Mit schweren Taschen bepackt kämpften sie sich bei großer Hitze durch das
Unterholz und die Mückenschwärme. Nach etwa zwei Stunden erreichten aber auch die Letzten das
idyllisch gelegene Häuschen in Grünreuth.
Von außen nett anzusehen, schmiegte sich das Haus an den Waldrand und bot somit nicht nur menschlichen
Gästen eine prima Unterkunft. Mit Besen bewaffnet, erkämpften wir uns, unerschrocken, die Herrschaft
über unsere Behausung. Nach dem etwa 2000 Spinnen vernichtet und sich unser erster Schock gelegt hatte,
gabs erst mal einen Kaffee zur Stärkung. Da wir MA ja grundsätzlich einen großen Wert auf
Verpflegung legen, machten wir uns auch kurz darauf an die Vorbereitungen für das Abendessen. Nach dem
einige Kilo Nudeln verspeist und die allgemeine Stimmung durch nichts getrübt war – STOP- durch nichts
getrübt? So kann man das leider nicht stehen lassen, denn beim Beziehen der Betten und dem Gang aufs
stille Örtchen wurden wir erneut von unseren achtbeinigen Untermietern heimgesucht. Nun machten wir auch
mit der ultimativen Mutterspinne Bekanntschaft, die unanzweifelbar die Größte war. Aber uns MA
wirft ja so schnell nichts aus der Bahn, und so zogen wir unser Abendprogramm ungeachtet der Anwesenheit einer
Mutterspinne weiterhin durch. Wir hängten persönliche Briefkästen auf, in die man, über
das ganze Wochenende hinweg, nette und ehrliche Nachrichten stecken konnte. Nach einigen Runden „Werwolf“, die
wir noch im Freien spielten, ließen wir den Abend drinnen gemütlich ausklingen.
Der nächste Tag begann gleich wieder mit einem Schock. Diesmal hatte es jedoch nichts mit Spinnen zu tun.
Nein, die Dusche war der übeltäter: Lediglich eiskaltes Wasser bot sie zum duschen an. Aber wir MA
sind hart, denn was uns nicht umbringt macht uns nur stärker. Und natürlich meisterten wir auch die
„Dusch-Challenge“ mit Bravour.
Nach einem ausgiebigen Frühstück lag schon die nächste Aufgabe vor uns. Wir testeten unser
Wissen über den Umgang mit Kindern auf einer Kinderfreizeit mit Hilfe eines Spiels. Das Fachbuch, das
wir als Grundlage für unser Spiel nahmen, stellte uns vor verschiedenste Probleme, die wir durch
Auswählen einer der vorgegebenen Lösungen bewältigen sollten. Wählten wir die richtige
Lösung, durften wir zur nächsten Aufgabenstellung blättern. Doch bei einer falschen Entscheidung
war unsere „Kinderfreizeit“ abrupt zu Ende.
Doch die Aufgabenstellungen des Buches und auch die Lösungsvorschläge waren nicht immer klar,
geschweige denn realistisch. Als wir uns zum Beispiel dafür entschieden, die Regeln des Miteinanders den
Kinder nicht spielerisch sondern ernsthaft beizubringen, hatte das prompt einen Gewaltübergriff zwischen
den Kindern zu Folge, bei dem ein Kind sogar starb. Ein krasses Ende und das gleich nach der zweiten Frage!
Wir begannen also noch mal von vorne und kamen diesmal auch weiter. Doch die dargestellte Geschichte im Buch
wurde immer absurder. Plötzlich befanden wir uns mit unserer Kindergruppe auf einer nächtlichen
Baustelle und kletterten durch den Rohbau. Der Absturz eines MA vom unfertigen Balkon mit Rettung durch
Festhalten am Hochstromkabel ist anscheinend ein häufig auftretender Zwischenfall bei Kinderfreizeiten...
Das alte Butterbrot, das wohl schon eine Weile auf Ölfässern gelagert war, hätten wir auch,
laut des Buches, ruhig noch zur Stärkung essen können. Wir MA waren heilfroh als wir mit diesem
„Spiel“ durch waren, auch wenn wir danach etwas verwirrt und auch leicht verunsichert an unsere eigene
Kinderfreizeit dachten. Auf dieses literarische Abenteuer brauchte unser Magen erst mal Süßes.
Mit Kaffee und Kuchen im Bauch stellten wir uns dann der nächsten Aufgabe: Einer Art Börsenspiel,
beim dem die ungerechte Verteilung von Ressourcen, Wissen und technischen Möglichkeiten auf der Welt
verdeutlicht wurde. In drei verschiedenen Teams eigeteilt, bekamen wir Rohstoffe (Papier), Wissen (Schablonen)
und technisches Material (Scheren). Mit den Schablonen sollten wir nun so viele Formen wie möglich aus
dem Papier schneiden und diese dann an die Bank verkaufen. Doch eine Gruppe hatte zwar viel Papier aber keine
Schere. Eine andere viele Schablonen aber kaum Papier. Es wurde getauscht und auch Bündnisse geschlossen,
doch zum Ende des Spiels hin wurde der Konkurrenzgedanke immer größer. Nun wurden „Freunde zu
Feinden“ und stahlen sich gegenseitig Schablonen oder zerstörten die Formen der anderen.
Nach der Kürung des Siegerteams, das ein europäisches Land mit wenigen Ressourcen dafür aber
viel Wissen und Technik darstellte, waren wir aber natürlich wieder miteinander versöhnt. Wie es
sich für echte MA eben versteht. Aber auf diese Aufregung gab es natürlich erst mal was? Richtig!
Etwas zu essen! Der Grill wurde angeschürt und der Salatkopf zerschnippelt.
Im Anschluss an den Schmaus ging es zum gemütlichen Teil des Abends über. Ein Teil eingefleischter
Fußballfans reihte sich um ein Radio und verfolgte das Spiel um Platz drei unserer Nationalelf,
während die anderen das Partyspiel einweihten. Nach dem Sieg unserer Elf und einem angemessenen
Vuvuzela-Konzert gesellten sich nun auch die Fußballfans zu den Partyspielern. Im Grunde geht es bei
diesem „Party-Spiel“ darum seinen Teamkollegen durch Beschreiben, Vorsummen, Pantomimisches Darstellen oder
auch Vorzeichnen etwas so zu erklären, dass die Anderen es erraten, und sich somit eine der vielen bunten
Erdnüsse erspielen. „Groß, haarig und gefährlich“ war hierbei jedoch nicht die Beschreibung
für unseren MA Tobi, sondern die für einen Bären. Noch lange saßen wir MA an diesem Abend
zusammen und ließen somit einen aufregenden zweiten Tag ausklingen.
Nur die aller Härtesten schafften es dann am Sonntagmorgen sich aufzuraffen, um einen erfrischenden
Morgenspaziergang durch den Ort zu nehmen. Der Rest ließ sich lieber vom Kaffeegeruch wecken. Nach
einem langen Frühstück war der gemütliche Teil des Tages leider schon rum. Und das große
Aufräumen begann. Jeder suchte seine sieben Sachen zusammen und sorgte dann dafür, dass das Haus
wieder wie vorher aussah. Doch so ganz gelang und das nicht, ich befürchte, dass das Häuschen nach
unserem Besuch eindeutig spinnenfreier und auch ein wenig sauberer war...
Und wenn diese tapferen MA nicht auf dem Heimweg von Mücken gefressen wurden, dann leben sie noch heute
mit den tollen Erinnerungen an dieses Wochenende.
Inge Braun
Bilder
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